HOG-Rekasch feierte 30-jähriges Jubiläum


 

Groß war die Enttäuschung für die Rekascher Teilnehmer beim Treffen der Banater Schwaben in Ulm im Jahre 1982, als sie feststellen mussten, dass für die Rekascher Landsleute kein Tisch reserviert war. Nicht zuletzt diese Erfahrung führte schließlich dazu, dass bei einem Rekascher Treffen am 16. Juni 1985 in Karlsruhe die Heimat- und Ortsgemeinschaft Rekasch gegründet wurde, so dass sie in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiern konnte. Zu diesem Jubiläum trafen sich die Rekascher Landsleute am 24. Mai 2015 im Gasthaus Kühler Krug in Karlsruhe, das unter dem Motto „30 Jahre HOG – 30 Trachtenpaare“ angekündigt war. Wenn dieses Ziel auch nicht ganz erreicht wurde, so sind doch bei dieser Veranstaltung 23 Rekascher Paare unter großem Beifall in Tracht aufgetreten. Musikalisch begleitet wurden sie von den Rekascher Musikanten unter der Leitung von Erwin Birnstill, die zusätzliche tatkräftige Unterstützung von zahlreichen anderen Musikanten aus Rekasch bekommen haben. Der Einmarsch der Trachtenpaare und die Tänze, die sie zur beschwingten Musik aufführten, haben so manchen Veranstaltungsteilnehmer wehmütig an die früheren Kirchweihzeiten in Rekasch erinnert. Es haben sich auch zwei Sponsoren gefunden, die das Engagement der Trachtenpaare würdigten. Landsmann Erich Fleischhacker aus München hat den Frauen je ein Präsent überreicht und die Firma MPS aus Augsburg stiftete den Männern je eine Flasche Rekascher Wein.



Erfreut zeigte sich der Vorsitzende der HOG Rekasch, Erwin Lehretter, über den guten Besuch der Jubiläumsveranstaltung. Im Gegensatz zu den 331 Besuchern bei der Gründungsveranstaltung im Jahre 1985 waren es diesmal zwar nur 250 Teilnehmer; angesichts des allgemeinen Besucherrückgangs bei solchen landsmannschaftlichen Treffen könne man aber damit zufrieden sein. In seiner Begrüßungsansprache dankte er den noch lebenden Mitgliedern des Gründervorstandes, dem auch er selbst angehörte, Emil Frekot, Andreas Stark und Agnes Schmidt für ihr Engagement, das sie auch in den Folgejahren für die HOG erbracht haben.

Als Ehrengast nahm der Kreisvorsitzende von Karlsruhe Werner Gilde an dem Rekascher Heimattreffen teil, der auch in seiner Eigenschaft als Mitglied des Bundesvorstandes der Landsmannschaft der Banater Schwaben die Grüße des Bundesvorsitzenden Peter-Dietmar Leber überbrachte.

Begrüßenswert war zu sehen, dass sich immer noch Rekascher Landsleute zu einem gemischten Chor zusammen finden, der auch diesmal die Besucher mit der Darbietung mehrerer Lieder erfreut hat, und dafür auch den gebührenden Applaus bekommen hat. Mit ihrem Gedichtvortrag Das Haus, wo ich geboren bin hat Elisabeth Bartl bei vielen Erinnerungen an das frühere Zuhause geweckt. Waltraud Rumesz, die sich an einem Projekt der Landsmannschaft beteiligt und den Struwwelpeter in Rekascher Mundart geschrieben hat, las aus ihrem Text vor, so dass so manchem Teilnehmer das eine oder andere Wort seiner Rekascher Mundart wieder in Erinnerung kam. Der Vorsitzende der HOG bedankte sich bei allen, die zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben.

Mit einer Gedenkminute wurde der Verstorbenen Landsleute gedacht, insbesondere der 51, die seit dem letzten Treffen vor zwei Jahren von uns gegangen sind.

Zur Dokumentation der Geschehnisse in den 30 Jahren seit ihrer Gründung wurde eine Fotogalerie von den seither alle zwei Jahre stattfindenden HOG-Treffen und den jährlichen Jahrgangstreffen gezeigt. Außerdem wurden auf Stelltafeln weitere Informationen zu Themen wie z.B. Entschädigung für die Rußlanddeportierten, geschichtliche Zeittafel über Rekasch usw. gegeben. Listen über die Verstorbenen seit 2002, die über 90 Jahre alten Landsleute, die Rußlanddeportierten mit Lagernummer und Zeitpunkt der Rückkehr sowie über Rekascher Männer, die während des 2. Weltkrieges beim Deutschen Militär waren und deren Verbleib nach dem Krieg, waren ebenfalls ausgehängt.

Erwin Lehretter bedankte sich für die eingegangenen Spenden zugunsten des Rekascher Friedholfs, die an Elisabeth Szablyar in Rekasch zur Pflege der Friedhofsanlagen weitergeleitet wurden. Er bat auch, Familiennachrichten wie Geburten, Hochzeiten oder Sterbefälle an Franz Bertram oder ein Mitglied des Vorstandes zu melden, damit die Nachricht in der Banater Post veröffentlicht werden kann. Der Vorstandsvorsitzende wies auch auf das nächste Jahrgangstreffen am 24. Oktober dieses Jahres im Gasthaus Schuster in Neusäß bei Augsburg hin und auf die Tatsache, dass das nächste Heimattreffen in zwei Jahren wieder am Pfingstsonntag in Karlsruhe stattfinden soll. Ferner machte er darauf aufmerksam, dass die Rekascher Kirche am Gründonnerstag 1918 eingeweiht wurde, so dass sich die Frage stellt, ob anlässlich die 100-jährigen Jubiläums im Jahre 2018 eine gemeinsame Reise in die alte Heimat organisiert werden soll.

Der Vorstand der HOG würde gerne ein Buch über die letzten 30 Jahre veröffentlichen. Pläne dazu sind schon vorhanden; wer aber noch Ideen dazu hat und mit eigenen Beiträgen zur Gestaltung des Buches beitragen möchte, wird gebeten, mit einem der Vorstandsmitglieder der HOG Kontakt aufzunehmen.

Das Treffen bot aber auch wieder einmal viel Gelegenheit, um Erinnerungen und Neuigkeiten aus der alten und neuen Heimat auszutauschen. Bei flotter Musik der Rekascher Musikanten konnten die Tanzbegeisterten das Tanzbein bis spät in die Nacht hinein schwingen und bei der allgemeinen Begeisterung waren sich die Teilnehmer einig, beim nächsten Heimattreffen in zwei Jahren wieder dabei zu sein.

Franz Bertram

 

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