Alte Heimat

von Katharina Bahr

 

Alte Heimat, Banaterland

aus der Ferne reich ich dir die Hand.

Dort wo Hecke und Heide so grün,

wo  tausend Sterne am Himmel glühn,

dort wo Nachbarn noch Freunde sind,

wo man die schönsten Stunden erlebte als Kind.

Zu dir zieht es mich immer noch hin,

in Gedanken ich oft bei dir bin.

 

Dort wo einst wackere Schwabenhand

durchpflügte ein wüstes Land,

da ward unser Banaterland

als ein Garten Eden bekannt.

Wo wir treu waren dem Ahnenbrauch

und hoch ehrten den Kirchweihstrauß,

möchte  ich noch einmal durch Wiesen und Felder gehn,

denn nirgendwo waren die Sommer so schön.

 

Möcht noch einmal durch die alten Gassen gehn

und mitten auf dem Kirchplatz stehn.

Was ich so lange nicht gesehn:

unsere Kirche so groß und so schön.                                        

Noch einmal hören den Glockenklang

und die Lieder, die man dort sang.

Noch einmal im Friedhof durch Gräberreihen gehen

und vor der Eltern und Großeltern Gräber stehen.

Doch vorbei ist, was uns einmal verband,

alte Heimat, Banaterland.

 

 

Kathi und Ihre Freundinnen beim Kirchweihfest im Jahre 1956

 


Als wäre es erst gestern gewesen

 

Als mein Vater, Bischoff Franz, 1943  in den Krieg musste, hat meine Mutter ihm ein Bild vom hl. Antonius mitgegeben. Dieses Bild hat er dann immer bei sich getragen und er war überzeugt, dass das Bild ihn beschützt hat, denn die Kugeln sind ihm um den Kopf geflogen und er hat nicht einmal einen Kratzer abbekommen.

Kurz vor Ende des Krieges ist mein Vater und Sauer Vetter Michl in französische Gefangenschaft geraten. Doch die Flucht von dort ist ihnen geglückt und plötzlich, eines Nachts, hat mein Vater an unser Fenster geklopft. Die Freude kann man sich vorstellen. Doch leider haben die „Schandaren“ fast jede Nacht Razzia gemacht und wollten alle Geflüchteten wieder einsperren. Also musste mein Vater sich verstecken. Er hat dafür im Zimmer vom Fußboden Bretter rausgeschnitten und in die Erde ein Loch gegraben – ca. 80 cm lang, 50 cm breit und nur so tief, dass er hinein passte. Die ausgeschnittenen Bretter hat er dann so zusammengenagelt, dass man das Loch damit abdecken konnte. Wenn die „Schandaren“ nachts an Tür und Fenster klopften, ist mein Vater schnell in das Loch gekrochen und meine Mutter hat es abgedeckt und einen Teppich darübergelegt. So konnten sie ihn nicht finden. Wir hatten aber immer große Angst, dass, falls die „Schandaren“ sich zu lange aufhalten würden, die Luft im Schacht zu knapp werden könnte und mein Vater in dem kleinen Loch im Boden ersticken würde.

Die Razzien haben Monate gedauert und somit hat meine Mutter nicht nur uns  Kinder, sondern auch meinen Vater durchfüttern müssen. Ich denke auch heute noch oft an all das zurück, so als wäre es erst gestern gewesen.       

 

von Katharina Bahr  

 

Fliegeralarm

 

Bevor mein Vater in den Krieg musste, hat er mitten im Garten einen großen Schutzgraben ausgehoben, mit Brettern überdeckt und Erde darauf geschüttet. Innen hat er den Graben mit Stroh ausgelegt. Wenn dann nachts Fliegeralarm war und die Sirenen heulten, hat meine Mutter uns Kinder geweckt. Dann hieß es, so schnell wie möglich anziehen, in den Garten laufen und sich im Schutzgraben in Sicherheit bringen. Auch einige Nachbarsleute sind dazu- gekommen. Dort haben wir dann gewartet, bis alles vorbei war.

Einmal, als wieder die Sirenen heulten, sind alle wieder in den Schutzgraben gelaufen. Nach einer guten Stunde, als keine Flieger mehr zu hören waren, sind alle aus dem Graben raus, nur die kleine Kathi hat gefehlt. Meine Mutter hat nach mir gerufen, aber keine Antwort kam.  Sie ist zurück in den Graben gestiegen, aber auch dort war ich nicht. Alle haben durcheinander gerufen: Kathi, Kathi … Nichts! Schnell sind alle ins Haus gerannt und im Zimmer haben sie nicht gewusst, ob sie weinen oder lachen sollen; denn „es Kathi“ war im Bett gelegen und hat seelenruhig geschlafen. Dieses eine Mal hatten sie halt auf die Kleinste vergessen.

 

von Katharina Bahr

 

 

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